Wie schreibst du gute Produktbeschreibungen?

Eine gute Produktbeschreibung verkauft — eine schlechte schreckt ab. Der Unterschied liegt selten in besseren Wörtern. Er liegt darin, dass du die Fragen deiner Kunden beantwortest, bevor sie gestellt werden.
Das Grundprinzip: Eigenschaften ≠ Nutzen
Eigenschaften beschreiben das Produkt. Nutzen beschreibt, was es für deinen Kunden bedeutet.
Eigenschaft
Nutzen
„Aus Vollholz gefertigt.“
„Hält Jahrzehnte — und sieht in 10 Jahren besser aus als heute.“
„24 Stunden Lieferzeit.“
„Bestell heute, hab es morgen.“
„Handgemacht in Tirol.“
„Kein Stück ist genau wie das andere.“
Schreibe beides: erst die Eigenschaft, dann den Nutzen. Das funktioniert für fast jedes Produkt.
Die 5-Punkte-Struktur
- Überschrift: konkret statt kreativ
Die Überschrift soll sagen, was das Produkt ist — nicht, wie clever du sein kannst.
Schwach: „Holzliebe pur“
Gut: „Esstisch aus Eiche, 180×90 cm, für 6 Personen“
- Einleitung: ein Satz, der den Nutzen zeigt
Ein bis zwei Sätze, die das wichtigste Verkaufsargument auf den Punkt bringen.
„Ein Esstisch, an dem deine Familie auch in 20 Jahren noch zusammen sitzt — gefertigt aus heimischer Eiche, geölt statt lackiert.“
- Die wichtigsten Merkmale als Liste
Kunden überfliegen Texte. Liste hilft beim Überfliegen.
Material: Massive Eiche aus Tiroler Wäldern
Maße: 180 × 90 × 76 cm (L × B × H)
Platz für: 6 Personen bequem, 8 mit Hocker
Pflege: Mit Öl, kein Lack — Kratzer kannst du selbst ausbessern
Lieferung: Innerhalb von 4 Wochen, kostenlos im Tiroler Raum
- Eine kleine Geschichte oder ein Detail
Was macht dieses Produkt besonders? Wie ist es entstanden? Welche Geschichte steckt dahinter?
„Jeder Tisch beginnt mit einer einzigen Holzplatte. Wir wählen das Holz selbst aus, lassen es zwei Jahre trocknen und arbeiten die Maserung so heraus, dass kein Tisch dem anderen gleicht.“
- Der nächste Schritt
Was soll der Kunde jetzt tun? Mach es eindeutig.
„Jetzt bestellen“
„Termin vereinbaren“
„Schreib uns deine Wunschmaße“
Häufige Fehler — und wie du sie vermeidest
Werbesprache statt Substanz
Schlecht: „Höchste Qualität, einzigartiges Design.“
Gut: „36 mm dicke Eichenplatte, von Hand verleimt.“
Zu lang
Kein Mensch liest fünf Absätze. Wenn du etwas Wichtiges hast, schreib es zuerst.
Zu vage
Vage Versprechen wirken unsicher. Sei konkret:
Schlecht: „Schnelle Lieferung.“
Gut: „Versand innerhalb von 24 Stunden, Zustellung 1-2 Werktage.“
Keine Antwort auf typische Fragen
Notiere dir die fünf häufigsten Fragen deiner Kunden — und beantworte sie direkt im Text.
Eine einfache Vorlage
[Produktname mit konkreten Daten]
[1-2 Sätze: Was ist das, für wen ist es?]
Eigenschaft 1 — was bedeutet das für dich
Eigenschaft 2 — was bedeutet das für dich
Eigenschaft 3 — was bedeutet das für dich
Eigenschaft 4 — was bedeutet das für dich
[2-3 Sätze: Eine Geschichte oder ein besonderes Detail]
[Klare Handlungsaufforderung]
Tipp zum Schluss
Schreib die Produktbeschreibung so, als würdest du sie einem Freund erklären. Wenn du am Ende „Marktführer“, „innovativ“ oder „Premium-Qualität“ gestrichen hast, bist du auf dem richtigen Weg.
